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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Dezember 2021

Stadtmuseum: „Klick“ im richtigen Augenblick

EINE STADT IM WANDEL: In Erinnerungen schwelgen lässt es sich trefflich beim Besuch der Ausstellung „Karlsruhe im Fokus“ mit fotografischen Impressionen der jüngeren Vergangenheit. Foto: MMG

EINE STADT IM WANDEL: In Erinnerungen schwelgen lässt es sich trefflich beim Besuch der Ausstellung „Karlsruhe im Fokus“ mit fotografischen Impressionen der jüngeren Vergangenheit. Foto: MMG

 

Karlsruhe im Fokus: Drei fotografische Blickwinkel aus den siebziger bis neunziger Jahren

Drei fotografische Handschriften, drei dokumentarische und künstlerische Blickwinkel auf eine Stadt im Wandel und ihre Menschen sind bis voraussichtlich nächsten Juli im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais zu sehen. Die Ausstellung „Karlsruhe im Fokus“ zeigt 400 in den Siebzigern bis Neunzigern des 20. Jahrhunderts entstandene, größtenteils erstmals veröffentlichte fotografische Ansichten von Adelheid Heine-Stillmark, Walter Schnebele und Dietmar Hamel aus den Beständen des Stadtarchivs.

Ausgewählt hat sie das Kuratoren-Team aus Susanne Brenneisen, Christiane Sutter und Eric Wychlacz. Die „Zeitreise in die allerjüngste Vergangenheit“ wecke bei vielen Menschen „Erinnerungen und Assoziationen“, sagte Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein kürzlich bei der Eröffnung. Wie sehr die Motive berühren, ließ sich an der Reaktion der Gäste erkennen. Die einen erfreuten sich an der futuristischen Fassade aus silbernen Kugeln des früheren Kaufhauses Schneider am Europlatz, andere schwärmten von der Kneipendichte im „Dörfle“ vor der Altstadtsanierung.

Katholikentag, Einträge Prominenter in das Goldene Buch der Stadt, World Games oder die Trauerfeier auf dem Marktplatz nach dem Brandanschlag in der Markgrafenstraße, dem drei türkische Mitbürger zum Opfer fielen: Als langjähriger Fotograf der städtischen Bildstelle war der 2017 mit 79 Jahren verstorbene Dietmar Hamel mittendrin im Geschehen statt nur dabei. Ab 1957 hielt er vier Jahrzehnte lang städtische Veranstaltungen und Ereignisse fest. Hamel liebte seinen Beruf, porträtierte einfühlsam und würzte manche Szene mit einer Prise feinen Humors.

Adelheid Heine-Stillmark, seit 1955 in Karlsruhe beheimatet, arbeitete ab 1964 als freiberufliche Bildjournalistin. Offen für Neues, fotografierte sie früh in Farbe. Stimmungsvoll ihre „Kriegsstraße bei Nacht“, die Weihnachtsbeleuchtung in der Waldstraße oder die Zierkirschenbäume in der Felix-Mottl-Straße, deren Grundlage eine japanische Ärztedelegation 1958 mit 100 Stecklingen gelegt hatte. Der international und als Lehrbeauftragter an der Architekturfakultät der Universität tätige Werbe- und Pressefotograf Walter Schnebele war Perfektionist, habe es nach Aussage seines Sohnes verstanden, „auf den richtigen Augenblick warten zu können“.

Zeugnis davon geben etwa das Blumenmädchen bei einer Hochzeit oder Diakonissinnen beim Halma-Spiel. Sein „Lesender Mann“ an der Ecke Kaiserstraße/Ritterstraße wurde 1965 in Den Haag zum „World Press Foto“ gekürt. Die Konturen des im Gehen den „Stern“ Studierenden sind verwischt, die Zeitschrift bildet den einzigen scharfen Punkt der Aufnahme. Aktuelle Corona-Regelungen zum Museumsbesuch finden sich auf karlsruhe.de/stadtmuseum. -maf-

 
 

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