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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Dezember 2021

Biodiversität: Karlsruher Schätze bewahren

REICH AN PFLANZEN- UND TIERARTEN ist Karlsruhe von Natur aus. Damit diese erhalten bleiben und nicht weiter verloren gehen, steht der Stadt nun ein umfassendes Handlungskonzept zur Verfügung. Foto: MMG

REICH AN PFLANZEN- UND TIERARTEN ist Karlsruhe von Natur aus. Damit diese erhalten bleiben und nicht weiter verloren gehen, steht der Stadt nun ein umfassendes Handlungskonzept zur Verfügung. Foto: MMG

 

Biodiversitätskonzept einstimmig verabschiedet / „Tolle Gemeinschaftsleistung“

Ohne eine einzige Gegenstimme oder Enthaltung verabschiedete der Gemeinderat vergangene Woche das Karlsruher Biodiversitätskonzept 2021. Entsprechend harmonisch fielen auch die Redebeiträge der Fraktionen aus.

Durch die Sitzungsbänke beurteilten die Stadträtinnen und Stadträte das Konzept als „tolle Gemeinschaftsleistung“ und brachten gleichzeitig zum Ausdruck, wie sehr sie die Bedrohung vieler Pflanzen-, Tier- und Landschaftsarten erschreckt habe. Einigkeit herrschte daher über die Bewahrung der Karlsruher „Schätze“; ist die Stadt doch besonders reich an verschiedenen Landschafts- und Biotoparten. Die Vielfalt reicht von Altarmen und Auenwäldern am Rhein über trockene Sandbiotope der Hardtebenen bis zu Muschelkalkhängen des Kraichgaurands und den Buchen-Wäldern am nördlichsten Zipfel des Schwarzwalds.

Karlsruhe ist damit eine von fünf Kommunen im Land, die eine Schutzverantwortung für zehn oder mehr Biotoptypen trägt. Da viele Tier- und Pflanzenarten akut gefährdet sind, hatte die Verwaltung das in Karlsruhe ansässige Institut für Botanik und Landschaftskunde mit der Erarbeitung des Biodiversitätskonzepts beauftragt. Debattiert und inhaltlich abgestimmt wurde es schließlich mit Naturschutzverbänden, Naturwissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie, mit dem Naturkundemuseum und der Pädagogischen Hochschule, Naturschutzbeauftragten, mit der Naturschutzverwaltung, dem Naturschutzzentrum Karlsruhe, dem Bauernverband sowie mit städtischen Fachdienststellen.

Konkret benennt das Konzept 83 Maßnahmen zum Schutz und Erhalt von Biodiversität. Dazu zählen stärkere Vermarktung regionaler Produkte, Biodiversitäts-Check für Bau-, Freiraum- und Stadtplanung, Stadtbiotopkartierung, verbesserte Betreuung von Schutzgebieten oder verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Viele Maßnahmen beschäftigen sich damit, der Natur wieder freieren Lauf zu lassen – sei es im Gewässer, auf Brachflächen oder am Straßenrand. Oft trügen nicht primär Trends, wie Blumenwiesen oder Insektenhotels, besonders zum Schutz der Biodiversität bei, so die Autoren. „Vielmehr sind es oft wenig spektakuläre Maßnahmen, die in unserem Alltagshandeln mitbedacht und mitberücksichtigt werden müssen“, heißt es. Damit verbundene Erfolge und Misserfolge sollten stärker in den Fokus rücken. Nicht nur deshalb empfehlen die Aufzeigenden langfristiges Monitoring. -bea-

 
 

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