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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Januar 2022

Neubauvorhaben der Bahn: Es bleiben noch zwei Varianten

DISKUSSION UM VARIANTEN: Weil die Nord-Süd-Achse, wie hier bei Hagsfeld, nicht noch weiter ausgebaut werden kann, plant die Deutsche Bahn eine Neubaustrecke durch Karlsruhe. Foto: Enderle

DISKUSSION UM VARIANTEN: Weil die Nord-Süd-Achse, wie hier bei Hagsfeld, nicht noch weiter ausgebaut werden kann, plant die Deutsche Bahn eine Neubaustrecke durch Karlsruhe. Foto: Enderle

Auf diese möglichen Linienkorridore konzentrieren sich im Raum Karlsruhe die Planungen für eine neue Eisenbahnstrecke. Violett eingefärbt sind Tunnelstrecken. Grafik: smarttrass / DB Netze

Auf diese möglichen Linienkorridore konzentrieren sich im Raum Karlsruhe die Planungen für eine neue Eisenbahnstrecke. Violett eingefärbt sind Tunnelstrecken. Grafik: smarttrass / DB Netze

 

Tunnellösungen gefordert

Mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene verlagern – diese Forderung dürfte allgemein kaum für Diskussionen sorgen. Doch wenn es an die konkrete Umsetzung geht, bedeutet das zumeist einen langwierigen Prozess. Mitten in einem solchen befindet sich die Region beim Projekt Neu- und Ausbaustrecke Mannheim – Karlsruhe.

Nachdem die Bahn in einer vorbereitenden Planungsraumanalyse Linienkorridore ermittelt hatte, folgt nun die vertiefende Untersuchung der in Frage kommenden Linienvarianten. Für den Knotenpunkt Karlsruhe hat sich indessen die Zahl dieser Varianten im Grunde auf zwei reduziert, eine Ost- und eine Westvariante. Da ein weiterer Ausbau der vorhandenen Bahnlinien nicht möglich ist, müssen die zusätzlichen Gleise, welche für eine Kapazitätserhöhung auf der europäischen Magistrale Rotterdam – Genua erforderlich sind, als Neubaustrecke durch die Fächerstadt geführt werden. Die Ostvariante sieht eine oberirdische Führung der Trasse parallel zur Autobahn A5 bis in den Haupt- und Güterbahnhof vor.

Mittels einer Querspange in Höhe des Pfinzentlastungskanals könnte zusätzlich der Bahnhof Durlach für den Personen-Fernverkehrs angeschlossen werden. Die Westvariante wiederum käme nicht ohne eine umfangreiche Tunnel-Lösung aus. Hierbei würden die neuen Gleise entweder aus Richtung Norden kommend bei Neureut oder aus Richtung Westen schon bei Wörth in den Untergrund abtauchen, um südlich von Karlsruhe wieder zum Vorschein zu kommen. Hierbei wäre der Hauptbahnhof allerdings abgehängt, so dass diese Trasse für den Personen-Fernverkehr eher ungeeignet erscheint. Eine linksrheinische Variante über französisches Territorium, wie sie der Regionalverband Mittlerer Oberrhein „aufgrund der europäischen Dimension des Vorhabens“ fordert, ist in den Planungen der Bahn nicht berücksichtigt.

Für die Stadt Karlsruhe müsse es daher, so verdeutlichter Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in einem Gespräch mit Vertretern der Bürgervereine, „um eine leistungsfähige Strecke mit möglichst wenig Konfliktpotenzial gehen“. Dieser Einschätzung folgte der Hauptausschuss des Gemeinderats noch im Dezember mit einer einhelligen Zustimmung zu den Positionen der Stadt Karlsruhe. Man müsse „mit einer Sprache sprechen“, bekräftigten Parsa Marvi (SPD) und Thomas Hock (FDP). Demnach fordert die Stadt unter anderem von der Bahn eine gesonderte Knotenpunkt-Betrachtung, wie sie bereits für Mannheim angestoßen wurde. Des Weiteren müsse eine Trassenführung in Richtung Durmersheim ebenso in die Planungen einbezogen werden wie die Prüfung von Tunnellösungen auch für oberirdisch mögliche Trassenverläufe.

Nach Einschätzung von Tilmann Pfannkuch (CDU) sei auch „die Ostvariante oberirdisch nicht darstellbar“. Der Forderung der Bürgervereine nach einem optimierten und nach Möglichkeit über den gesetzlichen Rahmen hinausgehenden Lärmschutz schließt sich die Stadt an. In das weitere Vorgehen sollen nun neben den Bürgervereinen und dem Regionalverband auch die Bundestagsabgeordneten und die Landesregierung einbezogen werden. Zudem wird die Einrichtung einer Online-Plattform zum Informationsaustausch geprüft. -eck-

 
 

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