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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Januar 2022

Geschlechtergerechte Sprache: Sternchen als Option

Eine teils aufgeregte Debatte lieferten sich die Fraktionen im gemeinderätliche Hauptausschuss zum Thema Genderstern. Aufhänger war der Abschlussbericht des jüngst fertiggestellten Projekts „Genderstern – Umsetzung geschlechtergerechter Sprache bei der Stadt Karlsruhe“.

Ziele des Projektes waren das Sammeln von Erfahrungen in der Umsetzungspraxis, die Ermittlung der Akzeptanz bei Mitarbeitenden und der Stadtgesellschaft, das Erkennen von Hindernissen bei der Umsetzung und schließlich das Erarbeiten einer Empfehlung für das weitere Vorgehen.

Ergebnis ist, dass die Stadt den Genderstern als Option ermöglichen möchte, da laut Informationsvorlage „mit der Verwendung und der Akzeptanz des Gendersterns von den Projektbeteiligten überwiegend positive Erfahrungen gemacht“ worden seien. Zudem soll „ein Kompendium mit Empfehlungen für die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen“ entwickelt werden, um „eine umfassende wertschätzende Kommunikation, die allen Menschen respektvoll begegnet“ zu etablieren.

Dieses Anliegen unterstützte auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der in Bezug auf einen CDU-Antrag darauf hinwies, dass der Genderstern keineswegs eine Verpflichtung darstelle. Er solle aber von denjenigen genutzt werden können, die sowieso eine gendergerechte Schreibweise mit Sonderzeichen nutzen wollen.

Zudem betonte OB Mentrup, dass sich die Stadtverwaltung auf jeden Fall am gesellschaftlichen Diskurs zur ohnehin stattfinden Sprachentwicklung beteiligen wolle. Zur vorgebrachten Kritik einiger Fraktionen erwiderte er, dass keineswegs nur „von oben nach unten“ entschieden werden solle. Stattdessen biete die Verwaltung ein Feld an, um in einer „Zeit von sprachlicher Diversität“ gemeinsam mit Politik und Gesellschaft Erfahrungen zu sammeln und Lösungen zu finden. -gem-

 
 

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