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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Januar 2022

Volkshochschule: Für Bildung und Beruf

ERSTE EIGENE RÄUMLICHKEITEN eröffnete die Volkshochschule 1964 mit Leiter Dr. Carl Mengis in der Röntgenstraße 10. Foto: Stadtarchiv

ERSTE EIGENE RÄUMLICHKEITEN eröffnete die Volkshochschule 1964 mit Leiter Dr. Carl Mengis in der Röntgenstraße 10. Foto: Stadtarchiv

 

Vor 75 Jahren Neugründung

Es war ein rein formaler Akt, als sich am 4. Januar 1947 zwölf Männer von Land, Stadt, Kirche, Industrie und Handwerk, Gewerkschaft, Kultur und Wissenschaft im Sitzungssaal des Neuen Rathauses in der Beiertheimer Allee zur Gründung der Volkshochschule Karlsruhe trafen.

Anwesend waren auch der künftige Leiter, Gymnasiallehrer Ulrich Bernays, und sein Stellvertreter, Heinrich Brodesser. Die Militärregierung hatte in ihrer Zone zu dieser Bildungsinstitution bereits im Frühjahr 1946 angeregt. Eine Volkshochschule hatte es in Karlsruhe schon einmal gegeben, ab 1919 – wie Hunderte im ganzen Land nach einer beispiellosen Volkshochschulbewegung zur Allgemeinbildung für Alle.

Am Ende war sie nur noch berufsfördernd ausgerichtet, in der NS-Zeit die Idee einer breiten Bildung aller Schichten verpönt. Bernays und ab 1949 sein Nachfolger Brodesser hielten an der ehemaligen Zweiteilung in allgemeinbildende Vorträge in Geistes- und Naturwissenschaften sowie der Abendschule fest. Zunächst einmal sollten vor allem junge Erwachsene durch Kurse in Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen, Volkswirtschaft sowie kaufmännischen Kompetenzen ihren kriegsbedingt unterbrochenen Bildungsweg zum berufsbildenden Abschluss bringen können.

Für Beruf und Schulabschluss zu qualifizieren, ist bis heute Kernkompetenz der nunmehrigen vhs Karlsruhe geblieben. Bereits ab den Fünfzigern fächerte sich das immer breitere Kursangebot dem gesellschaftlichen Wandel entsprechend auf. Inzwischen umfasst es rund 4.000 Angebote von „Aktiv am Morgen“ über „Gesundheit“ und „IT“ bis zu „Komm mit ins Zauberland“ alle Bereiche von Kultur und Bildung. Dies alles spricht Alt und Jung an, den Zeiten entsprechend auch online.

Die feierliche Eröffnung der Volkshochschule fand am 1. März 1947 im Bonifatiussaal statt. Die ersten Vorträge starteten am Montag darauf in den Räumen der damaligen TH. Eigene Räumlichkeiten bezog die Volkshochschule erst 1964 in der Röntgenstraße 10. Seit 1993 residiert die vhs im Studienhaus in der Kaiserallee 12 e. -jsk-

 
 

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