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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Januar 2022

KVV: Tarifsystem bleibt unverändert

ZUKUNFTSTECHNOLOGIE: Der Karlsruher Verkehrsverbund setzt auf den Ausbau digitaler Vertriebskanäle. Foto: Enderle

ZUKUNFTSTECHNOLOGIE: Der Karlsruher Verkehrsverbund setzt auf den Ausbau digitaler Vertriebskanäle. Foto: Enderle

 

Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender sehen Zukunft im digitalen Vertrieb

Trotz Kritik von Fahrgästen und teilweise auch aus der Politik will der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) an den im Dezember vollzogenen Reformen des Tarifsystems festhalten. Dies bekräftigten der Aufsichtsratsvorsitzende des KVV, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, und Geschäftsführer Dr. Alexander Pischon bei einer digitalen Pressekonferenz. „Wir werden Reklamationen ernstnehmen und versuchen, für alle eine Lösung zu finden“, erklärte Mentrup und betonte zugleich: „An den Beschlüssen sollten wir nichts zurückdrehen.“

Damit bleibt es bei dem Ende der nicht entwerteten Fahrkarten, ebenso wie bei dem Abbau der Entwerter ab Mitte dieses Jahres. Auch die neuen digitalen Angebote, wie KVV.homezone und KVV.luftlinie werden unverändert weitergeführt. Alle diese Maßnahmen habe der Aufsichtsrat schon 2019 einstimmig beschlossen, „das ist also keine ad-hoc-Entscheidung der Geschäftsführung“, verdeutlichte Pischon. Zugleich räumte er ein, dass „die Kommunikation an einigen Stellen nicht ausreichend gelaufen ist“, es habe am richtigen Zeitpunkt und an Transparenz gemangelt.

Dem KVV sei es „extrem wichtig, dass wir alle Bevölkerungsgruppen mitnehmen“. Deshalb werden nicht nur im KVV-Kundenzentrum Schulungen für das neue Tarifsystem angeboten, sondern gleichzeitig weiterhin Papierfahrscheine und ein flächendeckendes Netz von Automaten bereitgestellt. Insbesondere die seit Dezember deutlich vergünstigten Tageskarten böten sich für Gelegenheitsfahrer an, zumal man diese beim Kauf vordatieren könne. Abgesehen davon, dass rund 85 Prozent aller KVV-Kunden ohnehin ein Abo hätten, sei die Digitalisierung nach Pischons Ansicht „die Zukunft, in die wir fahren“.

Rund 38.000 neue Nutzer der „regiomove“-App alleine im Dezember und über 7.100 neue Kunden beim Luftlinientarif sind für OB Mentrup ein Beleg dafür, dass „zeitgemäße Angebote immer stärker nachgefragt werden“. Aufgrund der deutlich geringeren Kosten für digitale Lösungen könne man diesen Vorteil an die Kunden weitergeben. Zudem ließen sich Tarifgrenzen innerhalb der der sehr kleinteiligen Verbundlandschaft Baden-Württembergs leichter überwinden. Im Übrigen spielten auch bei den Qualitätskriterien des Landes Entwerter und Ticketverkauf an Bord keine Rolle mehr, gab Mentrup grundlegend zu bedenken. -eck-

 
 

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