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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Mai 2022

Immobilienmarktbericht 2021: Bei Preisen zeigt Trend nach oben

Beliebter Wohnort: Die große Nachfrage nach Grundstücken, Häusern und Wohnungen in Karlsruhe sorgt für weiterhin steigende Preise auf dem Immobilienmarkt der Fächerstadt. Foto: Müller-Gmelin

Beliebter Wohnort: Die große Nachfrage nach Grundstücken, Häusern und Wohnungen in Karlsruhe sorgt für weiterhin steigende Preise auf dem Immobilienmarkt der Fächerstadt. Foto: Müller-Gmelin

 

Kaufverträge rückläufig

Weiter keine Umkehr des Trends zu steigenden Preisen ist auf dem örtlichen Immobilienmarkt zu verzeichnen. „Es setzt sich ungebrochen fort, dass die Leute in Karlsruhe Eigentum suchen“, bilanziert Rüdiger Huck, Vorsitzender des Gutachterausschusses für die Ermittlung von Grundstückswerten und Leiter der Grundstücksbewertungsstelle der Stadt Karlsruhe, als grundlegende Erkenntnis aus dem Immobilienmarktbericht 2021, „aber auf Angebotsseite gibt es wenig Bewegung“.

Weil der Bericht dieses Mal ausnahmsweise den Zeitraum von Januar bis November abbildet, sind die Zahlen zwar nur bedingt mit dem Vorjahr zu vergleichen, doch die Gesamtzahl der vom Gutachterausschuss bisher geprüften Kaufverträge lässt einen Rückgang erwarten. Insgesamt 2.046 Verträge standen im Erhebungszeitraum zu Buche, zehn Jahren zuvor waren es noch mehr als 3.000. Gegenläufig zu diesem Trend entwickelten sich in den letzten Jahren die Wertumsätze, die im Durchschnitt nach oben gingen. 2021 gab es allerdings auch hier einen Einbruch zu verzeichnen, insbesondere bei den bebauten Grundstücken. Rüdiger Huck erklärt dies mit dem Verkauf einiger größerer Objekte im Vorjahr, „jetzt hat sich das wieder auf dem Niveau der Jahre 2018 und 2019 eingependelt“. Dessen ungeachtet ist die Gesamtsumme der Wertumsätze mit 1,15 Milliarden Euro immer noch beeindruckend.

Beim Blick auf einzelne Teilsegmente fallen fast durchweg deutliche Preissteigerungen auf. Greift man beispielsweise Ein- und Zweifamilienhäuser in mittlerer Lage heraus, kostet ein gebrauchtes Gebäude aus den 1970er Jahren im Schnitt rund 650.000 Euro. Kaum günstiger sind Doppel- und Reihenhäuser. Der Schnitt für ein typisches Reihenmittelhaus liegt bei 520.000 Euro, wobei die Preise in diesem Segment um rund neun Prozent zugelegt haben. In ähnlichen Dimensionen bewegen sich die Preise beim Wohnungseigentum, dem mit 1.254 ausgewerteten Kaufverträgen umfangreichsten Segment. Der Weiterverkauf von Eigentumswohnungen hat im Schnitt rund neun Prozent mehr eingebracht als im Vorjahr. Bei einer „Standardwohnung“ aus den Baujahren 1950 bis 1974 und einer mittleren Größe liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis inzwischen bei rund 3.500 Euro. Kauft man eine neue Wohnung, werden im Schnitt sogar rund 5.200 Euro je Quadratmeter fällig. Wenig Bewegung gibt es bei den unbebauten Grundstücken, „wo die Nachfrage bei weitem das Angebot übersteigt und sich dies auf die Preisentwicklung niederschlägt“, so Huck.

Was den Blick in die Zukunft betrifft, so gebe es hier viele Variablen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und aktuell des Kriegs in der Ukraine mit den daraus resultierenden Steigerungen bei Energiepreisen und Nebenkosten seien nur in Ansätzen prognostizierbar. Eine Blitzumfrage des Deutschen Städtetags habe ergeben, dass die Mehrheit zunächst weiter steigende Preise erwarte – „und da reihen wir uns in den Trend ein“, schätzt Robert Paul von der Grundstücksbewertungsstelle. Dies betreffe aber in erster Linie Wohngebäude und -bauflächen, bei Bürogebäuden und Gastronomiebetrieben gehe man von gleichbleibenden Preisen aus.

Der Immobilienmarktbericht 2021 kann zum Preis von 50 Euro (gebunden) und 40 Euro für die pdf-Version bei der Grundstücksbewertungsstelle bestellt werden. www.karlsruhe.de/gutachterausschuss. -eck-

 
 

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