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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Juni 2022

Lastenräder: Lieferverkehr nachhaltig gestalten

Lastenrad-Pionier: Dominik Frei aus Durlach testet bereits das umweltfreundliche Transportmittel. Ab Herbst 2022 stehen weitere Fördermittel für Gewerbetreibende zur Verfügung. Foto: Stadtplanungsamt

Lastenrad-Pionier: Dominik Frei aus Durlach testet bereits das umweltfreundliche Transportmittel. Ab Herbst 2022 stehen weitere Fördermittel für Gewerbetreibende zur Verfügung. Foto: Stadtplanungsamt

 

Stadt bringt mit Förderprogramm „flottes Gewerbe“ Einsatz von Lastenfahrrädern voran / Testparcours am 29. Juni im Alten Schlachthof / Positive Resonanz bei Pionieren

Sie sind umweltfreundlich, wendig, platzsparend, vielseitig einsetzbar und können bis zu 350 Kilo wegstecken. Doch trotz dieser eigentlich idealen Voraussetzungen führen Lastenfahrräder im gewerblichen Bereich zurzeit noch eher ein Schattendasein. Dem möchte die Stadt Karlsruhe mit dem Förderprogramm „flottes Gewerbe“ abhelfen.

Finanzielle Unterstützung und Testmöglichkeiten sollen die Gewerbetreibenden aus der Reserve locken, „damit wir den Lieferverkehr nachhaltiger gestalten können“, so Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz. Als „Fahrradhauptstadt“ biete Karlsruhe eine hervorragende Infrastruktur für den Einsatz der klimaschonenden Vehikel.

Im Rahmen des Programms „flottes Gewerbe“ will die Stadt daher in diesem Jahr insgesamt 75.000 Euro Fördermittel bereitstellen, die voraussichtlich im Herbst abgerufen werden können. Mit 25 Prozent des Kaufpreises bis zu einer Höhe von 2.500 Euro werden Karlsruher Firmen beim Kauf eines Lastenrades unterstützt. Die Förderung ist mit der Bundesförderung in gleicher Höhe kombinierbar, es gibt also bis zu 5.000 Euro Zuschuss pro Lastenrad.

Für Gewerbetreibende aus Karlsruhe, die den Kauf eines Lastenrads in Erwägung ziehen, aber noch nicht wissen, welches Modell für sie am geeignetsten ist, bietet das Stadtplanungsamt am Mittwoch, 29. Juni, zwischen 12 und 19 Uhr auf dem Areal des Alten Schlachthofs einen Testtag an. Vor dem Kulturzentrum „Tollhaus“ wird ein Testparcours eingerichtet, auf dem zehn verschiedene Lastenradmodelle für kostenlose Probefahrten bereitstehen. Zusätzlich dazu erhalten alle Besucherinnen und Besucher eine herstellerunabhängige Beratung. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich, das Ganze eine Gelegenheit zum unverbindlichen Ausprobieren.

Ihre ersten Probefahrten mit Lastenrädern bereits absolviert haben die im Rahmen von „flottes Gewerbe“ im April ausgewählten fünf Test-Pioniere, die kostenlos ein Lastenrad für einen mehrwöchigen Einsatz erhalten hatten. Eine erste Bilanz fällt bei den Pionieren fast durchweg gut aus. „Ich würde das Rad am liebsten gar nicht mehr hergeben“, sagt beispielsweise Dominik Frei, Elektriker aus Durlach. Anfangs sei er skeptisch gewesen, ob dieses Transportmittel geeignet ist, doch „der Test hat mich vom Gegenteil überzeugt, ich werde ein Lastenrad für meinen Betrieb kaufen“. Selbst auf längeren Strecken bis zu zehn Kilometern dauere die Fahrt in der Regel nicht länger als mit dem Auto, da Staus ein geringeres Problem seien.

Selbst die Steigung auf den Geigersberg sei dank elektrischer Tretunterstützung gut zu bewältigen. Ähnlich positiv sind die Erfahrungen von Henrik Rohde, dessen Apotheke mit dem Lastenrad Medikamente an die Kunden liefert und dabei in einem Zeitfenster von 30 Minuten den Bereich zwischen Waldstadt und Grünwinkel abdecken kann. Für Lieferungen in der Fußgängerzone bekam er sogar eine Sondererlaubnis des Ordnungsamts. Im Lastenrad sieht Rohde ein Potenzial für die umweltfreundliche Erweiterung der Lieferangebote weiterer Geschäfte in der Innenstadt. Aber er gibt zu bedenken, dass man vor Kauf des Lastenrades wissen sollte, wo man es nachts parken will. Wertvolle Erkenntnisse aus dem Test hat Anna Syrek gewonnen. Für den Einsatz im Facility-Management hatte sie einen Lastenanhänger erprobt und dabei festgestellt: „Die Technik des Lastenanhängers ist gut, er ist sehr wendig. Aber für unsere Ansprüche ist er überdimensioniert.“ Ein klassisches Familien-Lastenrad hätte ausgereicht. -eck-

Mehr Info zu den Fördermöglichkeiten auf karlsruhe.de/radverkehr.

 
 

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