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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Juni 2022

Durlach: Altes Brunnenhaus in neuem Glanz

Historisches Kleinod: Das 1824 nach Plänen von Friedrich Weinbrenner fertiggestellte Durlacher Brunnenhaus soll durch behutsame Sanierung wieder in neuem Glanz erstrahlen. Foto: Müller-Gmelin

Historisches Kleinod: Das 1824 nach Plänen von Friedrich Weinbrenner fertiggestellte Durlacher Brunnenhaus soll durch behutsame Sanierung wieder in neuem Glanz erstrahlen. Foto: Müller-Gmelin

Experte: Mineraloge Dr. Maag zeigt die neue Farbgebung. Foto: MMG

Experte: Mineraloge Dr. Maag zeigt die neue Farbgebung. Foto: MMG

 

Nächster Schritt bei Sanierung des Baudenkmals / Nutzung als Wassertretbecken geplant

Am Rande der vielbefahrenen Bundesstraße stand das historische Durlacher Brunnenhaus viele Jahre versteckt hinter Büschen. Nun soll das Baudenkmal aus dem Dornröschenschlaf geholt werden, „wir wollen ihm die Wertigkeit geben, die es verdient“, betont Projektleiterin Heike Ebert vom Stadtamt Durlach. Nachdem im vergangenen Jahr bereits das Dach saniert wurde, steht nun mit der Renovierung der Fassade der nächste Schritt an.

Es war fast schon Detektivarbeit erforderlich, um die Frage zu beantworten, welche Farbe die Mauern erhalten sollen. „Die ursprüngliche Weinbrennersche Farbgebung ist nicht mehr da“, bedauert Mineraloge Dr. Wilfried Maag, der im Auftrag des Stadtamts Durlach die Restaurierung begleitet. Spätestens mit der Renovierung des Gebäudes von 1895 seien alle vorherigen Spuren beseitigt worden. So muss sich Maag notgedrungen dem Sachverhalt über Analysen nähern, welche Haltung Architekt Friedrich Weinbrenner grundsätzlich zur Farbigkeit eingenommen haben könnte.

Einerseits habe der berühmte Baumeister das Brunnenhaus bewusst als Zweckbau errichtet, „heute würde man low-budget dazu sagen“, erläuterte Maag, doch auf der anderen Seite gelte es, die Sandsteinelemente zu betonen. Der aktuelle ganzheitlich dunkelrote Farbton soll darum auf den Wandflächen durch einen helleren Zementputz ersetzt werden, während die Säulen behutsam ausgebessert werden und ihre Patina behalten. „Das kommt dem Gedanken von Weinbrenner am nächsten“, glaubt der Experte. Weitere Maßnahmen seien erforderlich, damit das Brunnenhaus „auf Sichtentfernung wieder als Gebäude wirkt und nicht wie abgesoffen“.

Diese Forderung hat das Stadtamt bereits zum Teil umgesetzt. Einige Büsche und Bäume wurden schon entfernt sowie rund um das Fundament eine mit Rollkies bedeckte Drainage gelegt, „damit die neugestaltete Fassade nicht gleich in Mitleidenschaft gezogen wird“, so Thomas Dueck, Abteilungsleiter Hochbau. Zudem ist für den Fußweg eine geänderte Führung vorgesehen, auch die Grünanlage wird vom Gartenbauamt neu gestaltet.

Der dritte und letzte Schritt der Erneuerung wird dann in der zweiten Jahreshälfte den Innenraum betreffen. Das rund 50 Kubikmeter Wasser fassende Bassin, dessen Quellwasser einst der Versorgung der benachbarten Residenzstadt diente, aber nun seit vielen Jahren lediglich noch den parallel zur „Breiten Gass“ führenden Graben speist, wird mit einer Edelstahl-Treppe erschlossen. Zu bestimmten Anlässen soll das Brunnenhaus dann als Wassertretbecken für die Öffentlichkeit geöffnet werden, kündigte Dueck an, „der Denkmalschutz hat hierfür schon grünes Licht gegeben“. -eck-

 
 

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